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Die verkannte Bedeutung des Geruchsinnes - neu entdeckt und definiert in Patrick Süskinds 'Das Parfum' | Baumer, Bettina

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Ludwig-Maximilians-Universität München (Deutsche Philologie), Veranstaltung: Medien- und Literaturtheorien, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Ästhetik widerfährt in der heutigen Zeit einer zwiespältigen Betrachtung: es wird nicht mehr nur nach einer einzig richtigen ästhetischen Wahrheit oder einer politisch ergriffenen Kunst gesucht, sondern eine Verbindung von ¿Kunst und Markt, die Theorie und Praxis der neuen Medien und der Siegeszug einer globalen Popularkultur¿, rückt in das vordergründige Interesse. Mit der Abwendung des klassischen Kunstbegriffs ist die Ausdehnung des Kunstanspruchs und der weite Begriff der Ästhetik in den Mittelpunkt getreten. Jedoch möchte ich von der Begriffsbedeutung der Ästhetik des 18. Jahrhunderts ausgehen. Der Begriff Ästhetik stammt von dem griechischen Wort ¿aisthesis¿ ab und bedeutet ¿sinnliche Wahrnehmung¿. Diese ursprüngliche Bedeutung des Ästhetikbegriffs, die Lehre von sinnlichen Wahrnehmungen in Kunst, Philosophie und Wissenschaft wurde jedoch bis heute vielfach in den Hintergrund gerückt. Kaum Aufmerksamkeit wird der Kategorie der Empfindung geschenkt, auch wenn sie seit der höchstbedeutenden ästhetischen Theorie Adornos 1970 eine Reihe von Umdeutungen und vor allem Ausweitungen erfahren hat. Ich werde nach einer Einführung der ästhetischen Empfindungen nach Konrad Paul Liessmann anhand des Romans ¿Das Parfum¿ (1985) von Patrick Süskind das verloren gegangene Bewusstsein der sinnlichen Wahrnehmung für Gerüche und Düfte wieder neu entfachen. Es ist die Geschichte eines Mörders in der Süskind die Nase und das Parfum erstmals in der literarischen Ästhetikgeschichte den absoluten Vorrang über Auge und Bild sowie Ohr und Musik gewinnnen. Diese Einbeziehung von Empfindung und Wahrnehmung in die Künste reaktiviert Patrick Süskind mit seinem ¿Parfum¿. Diese ¿olfaktorische Codierung der Weltdarstellung¿ repräsentiert Süskind anhand seiner Hauptfigur Jean Baptiste Grenouilles, der seine Umwelt nur durch seinen göttlichen Riechsinn trotz fehlenden Eigengeruchs wahrnimmt. Das Hauptaugenmerk dieser Analyse ist die Umsetzung der Reduktion der Wahrnehmung auf den Geruch als Medium der Wahrnehmung, der Erkenntnis und der Konstruktion von Welt und Kommunikation.

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